Hier haben wir für Dich einen virtuellen Art.Corner

—Galerie Die Brücke—

Die Werke sind käuflich. Die Preise richten sich nach internationalen Katalogen (Galerien, Auktionen bei Christies und Sotheby´s)

Über das Sammeln von Fotografien
Und hier der Link zu Lotus View Camera a highlight of Austrian craftsmanship
Swann Galleries, New York

Text
Uploaded
Autor
Endlich mehr Werbung
22.08.2000
Werner Mraz
Homage à Bill Brandt
01.09.2000
Werner Mraz
Ohne Titel
01.09.2000
Thomas Landon Davies
The Vanity Mirror
04.09.2000
Keith Smith
A Failed Attempt To Photograph Reality
04.09.2000
Duane Michals
StockImEisen-Platz, Wien
06.09.2000
Dr Emil Mayer
Selfoperation fiction / Untitled
06.09.2000
Les Krims
Nude, 1926
06.09.2000
Edward Weston
Billboard, Birmigham
06.09.2000
Walker Evans, FSA
A set of photographs
06.09.2000
Jeanloup Sieff
Zen in the Art of Photography
02.09.2000
Robert Leverant
Drei Strassenszenen
02.05.2001
Alfons Fritz
Dubrovnik, 1930
02.05.2001
Gruber
Two Bromoils
02.05.2001
Josef Pesci
A set of "Still lifes With ..."
05.05.2001
Ron Stark
     
Beaumont Newhall
02.05.2002
Werner Mraz
In Vorbereitung: Arbeiten von
Andrew Davidhazy, Jean*Pierre Sudre, Edward S. Curtis, ... David Hamilton. Imogen Cunningham, and more from a private collection
     
 

     In einem spannenden Bericht schildert die Autorin das Entstehen der ersten kommerziellen Kunstgalerie für das Medium Fotografie in Europa 1969: Photography into art. Die Liste der in den Jahren 1970 bis 1978 vorgestellten Künstler liest sich heute wie ein Auszug aus dem Who's who des Mediums im 19. und 20. Jahrhundert. Julia Margaret Cameron, Eugene Atget, die Bauhausmeister herbert bayer und Laszlo Moholy-Nagy, Edward Steichen und Alfred Stieglitz, Man Ray (Dada New York), Paul Strand, Edward Weston, Edward S. Curtis, Heinrich Kühn, Alphonse M. Mucha, Les Krims, Duane Michals...
     Anna Auer (1937) studierte gemeinsam mit Thomas Bernhard, Karl Mehrkatz, Sieghart Rupp u.a. an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst "Mozarteum" in Salzburg. Nach Auslandsaufenthalten in Frankreich und in den U.$.A. gründete sie gemeinsam mit Werner Mraz in Anlehnung an die Künstlergruppe "Die Brücke" die Galerie, deren ursprünglicher Sitz "An der Hohen Brücke" in Wien sein sollte. Bereits in der Gründungsphase konnte das Domizil in die Bäckerstrasse in historisch interessante Räumlichkeiten verlegt werden, wenige Gehminunten vom Stephansdom entfernt. Gemeinsam mit der Sammlung Fotografis Länderbank (jetzt mit der Bank Austria fusioniert, damaliger Mentor Direktor Ivo Stanek) wurden sechs Symposien zu einer visuellen Kulturgeschichte veranstaltet mit internationalen Gästen: Beaumont Newhall (Museum of Modern Art, New York, University of New Mexico), Weston J. Naef (Metropolitan of Arts, New York), Frank van Deren Coke (San Francisco Museum of Arts), Villem Flusser (international angesehener kritischer und geistreicher Medientheoretiker), Peter Baum (Museum der Stadt Linz), Fred Forrest (Videoaktionist), Bazon Brock, Otto Breicha u.v.a.
Beteiligung an den internationalen Kunstmessen: Köln, Düsseldorf, Basler ART, Mailand, Paris.  Zahlreiche der in der Galerie Die Brücke gezeigten Arbeiten, befinden sich heute in privaten wie internationalen Sammlungen (Bibliothèque nationale, Paris, San Francisco Museum of Art, Albertina Wien, Neue Sammlung München, Museum des 20. Jahrhunderts Wien, Sam-Wagstaff- Collection ...).
Das mit Unterstützung des Bundeskanzleramtes 1999 publizierte Buch ist inzwischen vergriffen.

 

 

FOTOGRAFIS
collection reloaded


Die Gründung der Sammlung FOTOGRAFIS 1976 ist untrennbar mit drei Namen verbunden: Anna Auer und Werner Mraz, die ab 1970 die Wiener Galerie »Die Brücke« – Europas erste kommerzielle Fotogalerie – führten, sowie Ivo Stanek, dem damaligen Leiter der Kunstsammlung der ehemaligen Österreichischen Länderbank (heute Bank Austria). Im Laufe von 10 Jahren entstand so eine hervorragende Foto-Sammlung, die den Fotografie-Diskurs in Europa maßgeblich beeinflusste.
Die Ausstellung präsentiert 270 Highlights der Sammlung FOTOGRAFIS: Nach über zwei Jahrzehnten – die letzte FOTOGRAFIS-Ausstellung fand im Jahr 1986 statt – kehrt die internationale Fotografie in die Ausstellungsräume an der Freyung zurück. Die Bank Austria besitzt mit der 1976 gegründeten Sammlung FOTOGRAFIS eine der frühesten und herausragendsten Foto-Kollektionen in Europa. Die Ausstellung FOTOGRAFIS collection reloaded setzt sich die Aktualisierung fotohistorischer Positionen zum Ziel: Stil-Strategien des Piktorialismus und der Neuen Sachlichkeit von einst werden rezenten Arbeiten, die als Leihgaben die Ausstellung ergänzen, gegenübergestellt. Alfred Stieglitz etwa tritt in Dialog mit Andreas Gursky, Albert Renger-Patzsch mit Candida Höfer und James Welling.
Von William Henry Fox-Talbot, dem »Erfinder der Fotografie«, David Octavius Hill und Robert Adamson stammen die frühesten in der Sammlung vertretenen Fotografien aus den 1840er Jahren. »Ich kenne wenig Dinge im Bereich der Wissenschaft, welche mehr in Erstaunen setzen, als das allmähliche Erscheinen des Bildes auf dem weißen Blatte«, schreibt Fox-Talbot 1841 und bringt die Aufbruchstimmung, die die Anfänge des neuen Mediums durchatmet, auf den Punkt. Reisefotografien von Francis Frith und Maxime du Camp sowie die Chronofotografie von Eadweard Muybridge nehmen einen prominenten Platz innerhalb der FOTOGRAFIS ein. Als die Fotografen um 1900 malerische Effekte in der Manier des Impressionismus einsetzen, findet eine Annäherung der beiden Medien statt: Julia Margaret Cameron, Edward Steichen und Heinrich Kühn repräsentieren den Piktorialismus innerhalb er Sammlung FOTOGRAFIS. Paul Strand und Edward Weston leiten in den 1920er Jahren unter dem Begriff »Straight Photography« ein neues Kapitel der Kunstfotografie ein, der Eigenwert der Fotografie steht nun im Mittelpunkt: Die präzise Aufnahme der Wirklichkeit im gestochen scharfen Hell-Dunkel. Zeitgleich erweitern die Avantgardekünstler, besonders die Dadaisten und Konstruktivisten, die Möglichkeiten der Fotografie radikal: Arbeiten von Man Ray, Alexander Rodtschenko, Raoul Hausmann und László Moholy-Nagy sind Glanzpunkte der Ausstellung. Reportage- und sozialdokumentarische Aufnahmen von Weegee bis Diane Arbus spielen eine eminente Rolle in der Fotogeschichte des 20. Jahrhunderts. Zeitgenössische österreichische Positionen, etwa von VALIE EXPORT und Arnulf Rainer, runden das Sammlungsprofil ab.
(Mag. Lisa Kreil, Kuratorin)

Die Ausstellung wird ab 8. Dezember 2008 im Nationalmuseum Prag (narodni muzeum praha) gezeigt und danach als Dauerleihgabe im Musuem für Moderne Kunst in Salzburg installiert.

Foto-Schüsse
unterm
Eiffelturm

Die Fotosammlung Jammes
bei Sotheby's Paris

„Der Standard“, Kunstmarkt, 2. Februar 2002

 

Als im Oktober 1999 der erste Teil der Fotosammlung von Marie-Thérèse und André Jammes bei Sotheby‘s in London versteigert wurde, galt diese Auktion als Wendepunkt in der Preisgestaltung für Fotografie. Gustave Le Grays Meeresfoto Die große Welle Sète (zirka 1855) erzielte den bisher nie mehr erreichten Rekordpreis von 507.500 Pfund für eine (historische) Fotografie. Nun kündigt Sotheby's Paris den zweiten und dritten Teil der Fotosammlung des Pariser Antiquars André Jammes und seiner Frau an, die am 21. und 22. März stattfinden wird. Die Gesamtschätzung beträgt 7,5 bis 10 Millionen €

Jammes, der seit 1955 systematisch Fotografie des 19. und 20. Jahrhunderts ankaufte, zählt zu den bedeutendsten Sammlern der Welt. Der zweite und dritte Teil seines Auktionsangebotes umfasst insgesamt 559 Lose an historischer Fotografie, darunter die Pioniere. Das historisch bedeutendste Los ist die erste Heliogravüre von Nicephore Niépce, die - dank der beigelegten Briefe die Datierung von 1825 (!) zulässt. Niepce reproduzierte mit Hilfe des Sonnenlichtes einen Kupferstich des 17. Jahrhunderts, der ein Pferd mit Stallknecht darstellt. Das kleinformatige, sehr blasse Blatt und die 48 beigelegten Briefe sind mit 500.000 bis 750.000 Euro taxiert. In der ersten Jammes-Fotoauktion brachte ein Heliogravüre Abzug von Niepce (das Porträt eines Kardinals aus dem Jahre 1826, das aber erst 1862 von der Originalplatte abgezogen wurde) 25.300 Pfund. Weitere Highlights sind etwa Fotos von Victor Regnault (dem damaligen Direktor der Porzellanmanufaktur Sèvres), der die an der Seine im Westen von Paris gelegenen Fabriksgebäude sehr stimmig aufnahm. Die Taxen bewegen sich hier zwischen 3000 und 75.000 Euro. Ein Album (Format Folio) von Charles Marville mit 67 Fotostudien des alten Universitätsviertels um die Pariser Sorbonne bis zur Kirche Sainte-Geneviève ist auf 375.000 bis 525.000 Euro angesetzt. 1999 wurde ein anderes Marville-Album, mit 33 Fotos vom Wald von Boulogne, für 80.700 Pfund zugeschlagen.

Auch Gustave LeGray ist mit Meeresfotos und seinen berühmten Studien aus dem Wald von Fontainebleau vertreten. Nadars Porträtfoto von Gustave Doré ist auf 37.500 bis 52.000 Euro taxiert, was seinem Londoner Zuschlag von 1999 genau entspricht. Der dritte (und wahrscheinlich nicht der letzte) Teil der Jammes-Auktion, 291 Lose umfassend, beginnt ein 22.3. mit dem Archiv von Charles Nègre (1820-80), das Jammes – laut Sotheby's-Fotospezialisten Philippe Garner – direkt von den Nègre-Erben erwarb.

Die Jammes-Sammlung bietet auch Auserlesenes aus der Moderne der Fotografie, darunter viele Fotos von Germaine Krull, z.B. ihre Studien des Eiffelturms. André Jammes kaufte immer wieder Porträts von Laure Albin-Guillot, die in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts sämtliche literarische und künstlerische Grössen fotografierte. Ob sich die Preisvorstellungen von Sotheby‘s, die sich an der ersten Jammes­Auktion orientieren, als realistisch erweisen? Ende 1999 wurde – laut eindringlichem Gerücht – die Hälfte der Lose von einem Regierungsmitglied des Emirates Qatar, Saud Al Thani, am Telefon erworben. Offensichtlich rechnet Sotheby's damit, dass sich die historische Fotografie auch in Paris preislich so spektakulär behaupten kann.

Olga Grimm-Weissert aus Paris